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Hat hier jemand Informatik studiert, und kann sagen ob das Mathe was in Informatik drankommt wie im normalen Mathestudium ist (Bayern) ?

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Was heißt denn "wie ... ist"? Was sagen denn die Studienverlaufspläne? Die würde ich erstmal fragen, dann andere Studis derselben Hochschule, und nicht auf anonyme Antworten aus dem Internet setzen.

Die Informatik bedient sich keiner anderen Mathematik, als die Mathematikys. Es gibt an vielen Universitäten spezifische Vorlesungsreihen für Nicht-Mathematikys, die dann z.B.

Höhere Mathematik für Informatik 1-3

etc. heißen. Die sind oftmals etwas anders zusammengestellt und haben leicht verschobene Schwerpunkte. Aber der Inhalt ist natürlich dennoch Mathematik. Teilweise kann man sich statt diesen angepassten Vorlesungen aber auch die regulären Einführungsveranstaltungen des Mathematikstudiums anrechnen lassen.

Wie immer gilt:

Ein Blick in die Prüfungsordnung und das Modulhandbuch schadet nicht.

Bei mir mussten die Informatiker damals dieselben Vorlesungen wie die Mathematiker besuchen. Es gab keine eigenen Vorlesungen für die Informatiker. Pflicht waren:

- Analysis I+II

- Lineare Algebra I

- Stochastik oder Numerik

Es steht aber auch alles in den Modulhandbüchern der Studiengänge erläutert.

@Apfelmännchen hast du auch Informatik studiert

Aloha :)

Für viele Studiengänge werden spezielle Mathe-Vorlesungen angeboten. Sie heißen z.B. "Mathe für Informatiker" oder "Mathe für Ingenieure". Das trifft oft dann zu, wenn die Studiengänge die Mathematik als "Handwerk" benötigen. Du musst in Informatik ja keine mathematischen Sätze beweisen, das tun die darauf spezialisierten Mathematiker. Aber du solltest schon in der Lage sein, Mathematik anzuwenden, etwa für eine Laufzeit-Analyse eine Summe durch ein Integral abzuschätzen.

Es kann auch sein, dass eine Hochschule keine speziellen Mathe-Vorlesungen anbietet. In meinem Physik-Studium z.B. musste ich die normalen Mathe-Vorlesungen (für Mathematiker) hören, weil wir zu wenige Physiker waren, dass sich "Mathe für Physiker" gelohnt hätte.

Für Informatik sind Lineare Algebra, Numerik und Analysis wichtig, im Bereich Datenanalyse sollte auch Stochastik nicht fehlen.

Mein Tipp: Suche dir eine Hochschule, die "Mathe für Informatiker" anbietet.

Tipp: Suche dir eine Hochschule, die "Mathe für Informatiker" anbietet.


Würdest du sagen, dass das Mathe für Informatiker einfacher ist als das normale ?

Wenn ich meinen Senf auch dazugeben darf: Ich denke, dass ist natürlich von Hochschule zu Hochschule verschieden, wenn man es aber mal ganz undifferenziert und pauschal beantworten möchte: Ja, da man zumindestens im Vergleich zu "reinen" Mathematiker-Vorlesungen zu einem deutlich geringeren Anteil beweise führen muss. Dennoch, wie man an den Durchfallquoten sieht, sollte man zumindestens ein gewisses mathematisches Grundverständnis mitbringen, sonst wird das, auch wenn es leichter ist, harter Tobak.

Würdest du sagen, dass das Mathe für Informatiker einfacher ist als das normale ?


In "Mathe für Informatiker" ist die Mathematik in der Regel praxisnäher und gezielter. Du wirst in den Übungen eher Beispielen aus der Informatik begegnen und wirst nicht so viel "überflüssige" Mathematik lernen, die du später als Informatiker nie brauchen wirst. Der Schwerpunkt liegt mehr auf dem "Was" als auf dem "Wie".

Du wirst z.B. nie eine Funktion programmieren, die einen Chi-Quadrat-Test durchführt. Dafür gibt es fertige Bibliotheken. Du solltest aber wissen, was ein Chi-Quadrat-Test ist.

Du wirst nie Post-Quantum-Kryptographie selber implementieren (z.B. NTRU). Du solltest aber wissen, was das ist und was dabei vor sich geht.

Du brauchst keine tiefgehenden Numerik-Kenntnisse, um zu verstehen, dass die Subtraktion von 2 Fließkommazahlen, die fast gleich groß sind, zu katastrophalen numerischen Fehlern führt. Du musst aber wissen, dass du das in der Praxis vermeiden musst.

@Maxi: Nein, ich hatte nur Informatik als Nebenfach. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass viele reine Informatiker eben den mathematischen Teil unterschätzen.

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