0 Daumen
84 Aufrufe

Aufgabe:

Ein PC Händler kauft Chips bei einem Chip-Hersteller. Dieser garantiert, dass 93 % der Chips einwandfrei sind. (Im Folgenden sei immer n = 1000).

a) Beschreibe, welches Risiko der Hersteller bei einem Test von 1000 Chips gering halten will. Welche Entscheidungsregel wird der Hersteller bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 2,5% wählen?

b) Erkläre, weshalb der PC Händler mit dieser Entscheidungsregel nicht einverstanden ist.

c) Welche Entscheidungsregel wird der PC Händler aufstellen, wenn er eine Sicherheit von 97,5% erreichen will?

d) Händler und Hersteller einigen sich auf ein Reklamationsrecht, wenn das Testergebnis unterhalb von (μ, σ) liegt. Gib diese Grenze an und berechne das Risiko für den Hersteller, wenn seine Behauptung von p= 0,93 zutrifft.


Problem/Ansatz:

Bei a) komme ich mit einem linksseitigen Hypothesentest zu einer Ablehnung von H0 (p ≥ 0,93) wenn weniger als 914 einwandfreie Chips im Test gefunden werden. Der Hersteller will das Risiko klein halten, dass weniger einwandfreie Chips als versprochen geliefert werden.

b) dem Händler ist der Fehler 2. Art zu hoch, daß die Nullhypothese nicht abgelehnt wird, obwohl sie falsch ist.

c) der Händler würde H0 mit p ≤ 0.93 wählen, um mit 97,5% sicher zu sein, daß die Qualität stimmt. Das gibt mindestens 946 einwandfreie Chips.

d) Hier bin ich nicht ganz sicher. Was bedeutet ‚unterhalb von (μ, σ)‘? Ist (μ - σ) gemeint?

μ = 930, σ = 8.07; μ - σ = 921,93

Damit erhalte ich P(X ≤ 921) = 14,64%, was das Risiko des Herstellers wäre.

Paßt das so insgesamt?

Avatar vor von

Da hat der Aufgabenautor den Unterschied zwischen Produktions- und Handelsbetrieb nicht begriffen. Ein PC-Händler kauft keine Chips. Tut dem statistischen Test aber keinen Abbruch.

2 Antworten

0 Daumen
Der Hersteller will das Risiko klein halten, dass weniger einwandfreie Chips als versprochen geliefert werden.

Will er nicht eher vermeiden, dass zu viel heile Chips als vereinbart geliefert werden?

H0: p <= 0.93 ; H1: p > 0.93

Der PC-Verkäufer will eher verhindern, dass weniger heile Chips als vereinbart geliefert werden.

H0: p >= 0.93 ; H1: p < 0.93

Avatar vor von 490 k 🚀

Danke. Ist d) korrekt?

Hier bin ich nicht ganz sicher. Was bedeutet ‚unterhalb von (μ, σ)

Wie du sagst, ist (μ, σ) nicht klar. Aber wenn man das als (μ - σ) interpretiert, ist deine Wahrscheinlichkeit völlig korrekt.

Frage hier am besten den Autor der Aufgabe, wie das interpretiert werden soll.

0 Daumen
<!DOCTYPE html> Ausführliche Lösung der Aufgabe body { font-family: Arial, sans-serif; line-height: 1.6; margin: 20px; } h1, h2, h3 { color: #333; } table { width: 100%; border-collapse: collapse; margin: 20px 0; } th, td { border: 1px solid #ddd; padding: 8px; text-align: left; } th { background-color: #f2f2f2; } Ausführliche Lösung der Aufgabea) Risiko des Herstellers und Entscheidungsregel bei 2,5% Irrtumswahrscheinlichkeit

Ziel: Der Hersteller möchte das Risiko minimieren, fälschlicherweise abgelehnt zu werden, obwohl er tatsächlich mindestens 93% einwandfreie Chips liefert (Fehler 1. Art).

Hypothesen:
  • Nullhypothese (H₀): ( p ≥ 0.93 )
  • Alternativhypothese (H₁): ( p < 0.93 )
Modellierung:
  • ( n = 1000 ), ( p = 0.93 )
  • Erwartungswert (μ):
    [ μ = n &cdot; p = 1000 &cdot; 0.93 = 930 ]
  • Standardabweichung (σ):
    [ σ = &sqrt;n &cdot; p &cdot; (1-p) = &sqrt;{1000 &cdot; 0.93 &cdot; 0.07} &approx; 8.07 ]
Entscheidungsregel (linksseitiger Test):

Der Hersteller wählt einen Signifikanzniveau von ( α = 2.5% ). Der kritische Wert ( k ) wird so bestimmt, dass:

[ P(X ≤ k | p=0.93) = 0.025 ]

Unter Normalapproximation:

[ k = μ + z_{α} &cdot; σ = 930 - 1.96 &cdot; 8.07 &approx; 914.18 ]

Da die Anzahl der Chips ganzzahlig ist, wird auf ( k = 914 ) abgerundet.

Entscheidungsregel:

Lehne ( H₀ ) ab, wenn weniger als 914 einwandfreie Chips gefunden werden.

Risiko: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hersteller fälschlicherweise abgelehnt wird, beträgt 2,5%.

b) Einwand des PC-Händlers

Der Händler ist mit der Regel des Herstellers nicht einverstanden, weil:

  • Die Entscheidungsregel des Herstellers minimiert den Fehler 1. Art (falsche Ablehnung guter Ware).
  • Dadurch steigt jedoch der Fehler 2. Art (falsche Annahme schlechter Ware), d.h., der Händler könnte Chargen akzeptieren, die tatsächlich weniger als 93% einwandfreie Chips enthalten.
  • Der Händler möchte sein Risiko (Fehler 2. Art) reduzieren, indem er eine strengere Entscheidungsregel fordert.
c) Entscheidungsregel des Händlers bei 97,5% Sicherheit

Ziel: Der Händler möchte mit 97,5% Sicherheit garantieren, dass die Chips mindestens 93% einwandfrei sind. Dies entspricht einem Signifikanzniveau von 2,5% für den Fehler 1. Art aus Händlersicht.

Hypothesen:
  • Nullhypothese (H₀): ( p ≥ 0.93 )
  • Alternativhypothese (H₁): ( p < 0.93 )
Kritischer Wert (rechtsseitige Sicherheit):

Der Händler fordert eine höhere Schwelle, um ( H₀ ) abzulehnen.

[ k = μ - z_{α} &cdot; σ = 930 - 1.96 &cdot; 8.07 &approx; 921.93 ]

Aufgerundet auf ( k = 922 ).

Entscheidungsregel:

Lehne ( H₀ ) ab (Reklamation), wenn weniger als 922 einwandfreie Chips gefunden werden.

Sicherheit: Der Händler hat eine 97,5%ige Garantie, dass die Chips den Standard erfüllen, wenn die Stichprobe über 922 liegt.

d) Vereinbarte Reklamationsgrenze und Risiko für den Hersteller

Vereinbarte Grenze: Die Reklamationsgrenze liegt bei ( μ - σ = 930 - 8.07 ≈ 921.93 ), also 922 Chips (ganzzahlig).

Risiko für den Hersteller:

Berechnung der Wahrscheinlichkeit, dass das Testergebnis unter 922 liegt, obwohl ( p = 0.93 ) gilt:

[ Z = \frac{922 - 930}{8.07} \approx -0.99 ]

Aus der Standardnormalverteilungstabelle:

[ P(X \leq 921 | p=0.93) \approx P(Z \leq -0.99) = 0.1611 \quad (\text{ca. 16,11%}) ]

Ergebnis:

Das Risiko des Herstellers, fälschlicherweise reklamiert zu werden, beträgt 16,11%.

Zusammenfassung der Ergebnisse:
TeilEntscheidungsregelRisiko/Wahrscheinlichkeit
a)< 914 Chips → Ablehnung2,5% (Fehler 1. Art)
c)< 922 Chips → Reklamation2,5% (Sicherheit 97,5%)
d)< 922 Chips → Reklamation16,11%

Hinweis: Die Werte können je nach Rundung leicht variieren. Die Normalapproximation ist aufgrund der großen Stichprobe ( n = 1000 ) gerechtfertigt.

Avatar vor von

Bei c) ist bei der Rechnung mit Sicherheit ein Fehler.

[ k = μ - zα &cdot; σ = 930 - 1.96 &cdot; 8.07 &approx; 921.93 ] falsch.

Das wäre die gleiche Rechnung wie bei a) und hätte damit auch das gleiche Ergebnis.Fraglich wäre dann auch wie sich a) und c) bei dir unterscheiden.

Ein anderes Problem?

Stell deine Frage

Willkommen bei der Mathelounge! Stell deine Frage einfach und kostenlos

x
Made by a lovely community