Aufgabe: Bestimmen Sie alle Eigenräume der linearen Abbildung L : M2×2(R)↦M2×2(R),L(A)=3tr(A)12−2AT
Die 12 steht hier für die Identitätsmatrix, irgendwie haut das \mathbb{1} hier nicht hin...
Problem/Ansatz:
Zuerst habe ich die Darstellungsmatrix [L] bestimmt:
[L]=⎣⎢⎢⎢⎡100300−200−2003001⎦⎥⎥⎥⎤
und anschließend über das charakteristische Polynom xL(λ)=0 die richtigen Eigenwerte λ1=−2,λ2=4,λ3=2 herausbekommen.
Nun will ich den Eigenraum E−2 bestimmen:
Dazu bestimme ich zuerst die Eigenvektoren zu λ1=2 mit (L+2⋅12)⋅v=0. Über die Matrizenschreibweise bekomme ich dann als Lösung für das LGS mit v=(x,y,z,w) die Lösung x=−w,y=z raus.
Somit wären meine Eigenvektoren einmal (1,0,0,−1) und einmal (0,1,1,0) und mein Eigenraum logischerweise E−2=span{(1,0,0,−1),(0,1,1,0)}. Die Lösung zeigt allerdings Matrizen als Einträge des spans. Laut Lösung ist der Eigenraum also span{[100−1],[0110]}
Wie kann es sein, dass der Eigenraum durch Matrizen aufgespannt wird? Löse ich die Gleichung (L+2⋅12)⋅v=0 für die Eigenvektoren so können ja nur Vektoren bzw. 4x1 Matrizen rauskommen. Wie soll ich denn da auf 2x2 Matrizen kommen?
Ich habe mir auch versucht, das anschaulich zu erklären: Eine lineare Abbildung in R ordnet jedem Vektor einen anderen Vektor zu - bspw. den gleichen Vektor um 90° gedreht um die x-Achse. Somit steht diese lineare Abbildung für die Rotation um 90° um die x-Achse, da alle Vektoren rotiert werden. Jetzt bin ich hier aber im Matrizenraum M2×2(R). Also ordnet L hier jeder Matrix wieder eine andere Matrix zu. Was soll das aber anschaulich bedeuten, wenn eine Matrix selbst für eine Transformation im Raum steht? Wird also einer Transformation A eine andere Transformation B zugeordnet, oder wie lässt sich das geometrisch verstehen?